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Aöde oder Aoede (griech. Sänger, Dichter, Beschwörer) hießen die altgriechischen Sänger und Dichter volkstümlicher Epen. Aöden waren berufsmäßige Sänger, die ihre Kunst meistens bei Mahl und Reigen darboten. Ihren Gesang begleiteten sie oft selbst mit einer Lyra. Nach griechischer Vorstellung entsprang der heroische Gesang des Aöden unmittelbar göttlicher Inspiration. Blindheit galt als Zeichen für einen besonders begabten Aöden, da man glaubte, die Gabe des Singens wurde zum Preis des Augenlichts erlangt. Um 700 v. Chr. spaltete sich die Aödenkunst in Rhapsoden (die Epen rezitierten) und Kitharöden (die lyrischen Sologesang darboten).
Der Name der Dichtersänger stammt von der Muse der Musik und des Gesangs, Aoide, ab.
HOMER selbst, der erste der in Europa geschriebene Literatur schuf, war ein Aöde. Viele bezeichnen Ihn als Rhapsoden, da aber Homer wahrscheinlich um 850-800 vor unserer Zeitrechnung seine Werke schuf, dürfte das nicht möglich sein. Wahrscheinlich zog er als fahrender Sänger von Hof zu Hof und trug seine Lieder und epischen Dichtungen dem adligen Publikum vor.
Rhapsoden (griech. „Gesang“) waren wandernde Sänger im antiken Griechenland, die bei Festen und feierlichen Anlässen epische Dichtungen wie die von Homer zur Begleitung einer Phorminx (Saiteninstrument) vortrugen. Sie bildeten einen Teil der Nachfolge der homerischen Aöde (Sänger und Dichter volkstümlicher Epen), während die Kitharöden den lyrischen Gesang fortführten.
Die Rhapsoden waren in Zünften, den Rhapsodenschulen, organisiert. In der Spätantike verloren sie an Bedeutung.
Im klassischen Griechenland, etwa im 4. und 5. Jahrhundert v. Chr., vielleicht sogar noch früher, bezeichnete man mit Rhapsode einen professionellen Darbieter von Gedichten, insbesondere von epischen Gedichten (vor allem der Gedichte von Homer).
Immer wenn wir anfangen Geschichten zu erzählen, sind wir begeistert davon, wie die Kinder mit leuchtenden Augen gespannt und mit größter Konzentration unseren Ausführungen folgen.
Märchen und Geschichten wecken eine tiefe Sehnsucht - nach magischen Abenteuern, nach einer klar geordneten Welt, in der Gut und Böse auf ihre rechten Plätze verwiesen werden, nach Rhythmus und Ruhe und dem Prozess des Erzählens und Zuhörens.
Märchen malen musterhaft Situationen aus, mit denen aufwachsende Kinder konfrontiert sind, sie bebildern ihre Wünsche und Ängste, zeigen Krisen und führen zu Lösungen. Damit können sie Orientierung im Leben bieten.
Das Erleben der märchenhaften Welten regt die Fantasie an und lädt zum Nachspielen und Fortführen einzelner Aspekte der Geschichte in eigenen Rollenspielen ein.
Doch vor allem: Geschichten leben von der Erzählsituation.
Ursprünglich wurden sie in traditionellen Gemeinschaften vorgetragen: Die Großfamilie saß in der Küche am warmen Ofen und vertrieb sich die langen Winterabende mit dem Erzählen von Geschichten.
Selbstverständlich waren auch die Kinder dabei.
Wenn es gruselig wurde, rückten sie näher an die Großmutter heran und vergruben ihre Gesichter in deren Schürze.
Zentral für eine solche Erzählsituation ist, dass zwischen Erzähler und Zuhörer ein Kontakt entsteht, der Zuwendung, Gemeinschaftsgefühl und Geborgenheit vermittelt und darüber hinaus eine harmonische Atmosphäre schafft.